Review: Eric Clapton – I STILL DO

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Review: Eric Clapton – I STILL DO

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eric clapton i still doSlowhand + Produzentenlegende Glyn Johns = introspektives Alterswerk.

Es ist immer dasselbe mit neuen Platten von alten Musikern. Die Fans finden sie gut, alle anderen hören darüber weg und befinden: braucht kein Mensch! Letzteren entgeht dabei so manche subtile Häutung. Im Fall von Eric Clapton, seit eh und je festgelegt auf das musikalische Terrain zwischen J. J. Cales hingeworfener Lässigkeit und der eruptiven Kraft des Blues, bedeutet das: Der 71-jährige Engländer macht noch immer starke und ohne Frage aufrichtige Musik – nur ist ihm der Blues längst nicht mehr nur düsterer Dämon, emotionaler Turbo und musikalische Klagemauer, sondern zunehmend auch Medium der Introspektion. Zu hören ist das auf I STILL DO in Tracks wie dem abgehangen rumpelnden ›Alabama Woman Blues‹, dem anrührenden Soul ›I Will Be There‹ (mit Angelo Mysterioso, der natürlich nicht George Harrison ist), im vergrübelten Groove von ›Cypress Grove‹ und dem Folkblues-Lullabye ›Little Man, You’ve Had A Busy Day‹. Der uralte Baptisten-Gospel ›I’ll Be Alright‹, der später zu ›We Shall Overcome‹ umgeschrieben wurde, und die jenseitige Ballade ›I’ll Be Seing You‹ kreisen dabei um Bilanz, Erlösung und spirituelles Homecoming. Natürlich rockt das alles nicht halb so sehr wie der Clapton der klassischen Ära. Aber es hat emotionale Tiefe. Und musikalische Klasse. Kurzum: Ein rundes Alterwerk, dessen unaufgeregter Selbstgewissheit Produzentenlegende Glyn Johns genau die richtige Dosis Suspense schenkte, um den Altmeister vor der ihm eigenen latenten Schlafmützigkeit zu bewahren.

Eric Clapton
I STILL DO
Bushbranch/Surfdog/Universal
7/10

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