Magnum – Kopf wieder frei

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Magnum – Kopf wieder frei

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magnum-13th-day-3337In den Achtziger Jahren feierten Magnum große Erfolge, bevor sie sich Mitte der Neunziger für einige Jahre auflösten. Am Anfang des neuen Jahrtausends gelang ihnen ein grandioses Comeback. Jetzt legen die Engländer mit ihrem neuen Album ON THE 13TH DAY die Messlatte wieder ein Stückchen höher.

Man stutzt kurz, weiß nicht so genau, ob die Antwort wirklich ernst gemeint war, und traut sich auch nicht, noch einmal konkret nachzufragen: „Tony war halt in einer extrem guten Verfassung, so völlig ohne Alkoholkonsum“, erklärt Sänger Bob Catley die Hintergründe, weshalb das neue Magnum-Opus ON THE 13TH DAY dermaßen stark ausgefallen ist. „Ihm ist es zu verdanken, dass die Scheibe dermaßen viele gute Songs beinhaltet. Tony gebührt das größte Lob.“ War dies nun ein Scherz? Oder kämpfte der Erwähnte früher tatsächlich mit dem Teufelszeug, dem Feuerwasser?

Tony, das ist Tony Clarkin, seines Zeichens Gitarrist, Komponist und Produzent der jüngeren Magnum-Veröffentlichungen. Clarkin hat in der Tat einige dermaßen überzeugende Rocknummern komponiert, so dass nicht nur Fans und Kenner der Gruppe schon jetzt von einem der besten Magnum-Alben aller Zeiten sprechen. Ein riesiges Kompliment, angesichts solch namhafter Klassiker wie ON A STOTYTELLER`S NIGHT (1985) oder VIGILANTE (1986), die mittlerweile allerdings mehr als 25 Jahre zurückliegen. Zwischenzeitlich durchlebten Magnum eine Vielzahl an Höhepunkten, aber auch so manchen Tiefschlag. Ausgelaugt und frustriert von einem für traditionelle Rockbands immer schwieriger werdenden Markt äscherten Clarkin und Catley die Band 1995 ein. „Wir konnten einfach nicht mehr“, gesteht Catley heute, „die Plattenfirma erwartete ständig Hits, die wir nicht liefern konnten, außerdem gab es außer uns kaum noch Bands, die diese Art der Musik spielten. Wir waren wie Dinosaurier, die noch nicht mitbekommen hatten, dass ihre Spezies eigentlich ausgestorben ist. Irgendwann rief Tony mich an und sagte: ‚Vergiss es, ich will nicht mehr.‘“

Für Catley und Clarkin war Magnum immer ein Vehikel ihrer Träume und Wünsche, ein Konstrukt, das vor allem Spaß bereiten soll. 1995 war der Spaß weg. Und damit die Visionen.

Sechs Jahre lang kümmerten sich die Magnum-Köpfe anschließend um andere Projekte (Hard Rain sah die beiden sogar weiterhin vereint), bis 2001 eine Trendwende einsetzte: Rockmusik kehrte nach und nach auf die Bildfläche zurück, und vor allem Clarkin hatte wieder Lust auf seine Band. „Tony sagte: ‚Ich glaube ich habe mich getäuscht, Magnum könnten auch in Zukunft wieder erfolgreich sein.‘“ Dazu bedurfte es allerdings zunächst einer personellen Zäsur: Bassist Wally Lowe („er zeigte Mitte der Neunziger immer weniger Interesse“) wurde ausgemustert, für ihn kam der deutlich ambitioniertere Al Barrow, der die revitalisierten Clarkin und Catley zusätzlich mit Elan befeuerte. Gleich das 2002er Comeback BREATH OF LIFE stieß auf durchweg positive Resonanzen. Catley: „Bei uns war es ein wenig wie bei Iron Maiden: Wir kamen nach einer Pause zurück und spürten sofort, dass die Fans sehnlich auf uns gewartet hatten.“

Anno 2012 herrscht also eitel Sonnenschein im Camp der Briten, die bereits jetzt sicher sind, mit ON THE 13TH DAY ein echtes Juwel in den Händen zu halten. „Diese Scheibe passt perfekt zu unseren Klassikern. Es gibt Nummern, die wie eine Weiterführung des Konzept von ›So Far Jerusalem‹, ›Sacred Hour‹ oder ›C´est La Vie‹ klingen. Für mich sind die Songs auf ON THE 13TH DAY sozusagen die neuen Klassiker. Und ich wette, dass sich diese Prognose in ein paar Jahren als absolute Wahrheit erweist.“ Stolz und Zufriedenheit klingt aus Catleys Stimme. Und ob dieser neue Klassiker nun aufgrund von Alkoholab-stinenz oder einfach wegen eines naturgegebenen Adrenalinschubs entstanden ist, spielt eigentlich keine Rolle.

 

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