Review: Jacco Gardner – SOMNIUM

-

Review: Jacco Gardner – SOMNIUM

- Advertisment -

Jacco Gardner Somnium

Instrumentaler Sci-Fi-Psych-Pop des Niederländers.

Wir kannten Jacco Gardner bislang als Interpreten süßlichen Vintage-Pops, seine Songs pendelten zwischen Zombies-Verliebtheit und beinahe barocker Pracht, Gardner erwies sich als herausragender Arrangeur und Sänger. Mit SOMNIUM ändert er die Richtung: Ausgehend von den Ideen eines mehr als 400 Jahre alten Buches von Johannes Kepler (viele Experten bezeichnen dessen „Somnium“ als ersten Science-Fiction-Roman überhaupt) hat der Niederländer zwölf Tracks komponiert, die ohne Stimme auskommen. Das ist schon überraschend, weil die Gesangsmelodien und mehrstimmigen Harmonien auf seinen ersten beiden Platten den Klang bestimmten. Und tatsächlich fällt es schwer, einen Zugang zu SOMNIUM zu finden: Gardner baut tolle Stimmungen auf, erfindet eine Klangwelt zwischen Krautrock, 60s-TV- und Kinosoundtracks sowie der Soundeleganz des französischen Duos Air. Was der Platte fehlt, sind Hits. Das beschwingte ›Levania‹ bleibt noch am ehesten im Ohr hängen, wobei die Gitarre eine schöne Melodie spielt, die man jedoch eigentlich lieber gesungen hören würde. Am Ende des Albums verliert sich Jacco Gardner zunehmend in verwaschenen und psychedelischen Experimenten. Für die einen wirkt das vermutlich meditativ und hypnotisch. Für an­dere eher: langweilig.

6/10

Jacco Gardner
SOMNIUM
FULL TIME HOBBY/ROUGH TRADE

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Rückblende: Otis Redding mit ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹

Geschrieben von Redding und seinem Gitarristen und Produzenten Steve Cropper, wurde der Song zu einem der langlebigsten Hits von...

Meilensteine: The Tubes

Juni 1975: Fulminantes LP-Debüt mit der Hymne ›White Punks On Dope‹ erscheint Als die Nina Hagen Band 1978 mit ›TV-Glotzer‹...

Todd Rundgren: Der Universal-Wizard

Ist Todd Rundgren nicht in erster Linie Musiker? Schon, aber auch als einfallsreicher Produzent hinterließ er tiefe Spuren, ebenso...

Das letzte Wort: Dave Wyndorf

64 und kein bisschen leise – der Kultstar aus New Jersey legt mit Monster Magnet dieser Tage eine Covers-Platte...
- Werbung -

The Kinks: Wir gegen die

Es tut gut zu wissen, wer der Feind ist. Die Kinks spüren das, als sie vor 50 Jahren ihr...

Die fünf Gesichter von Deep Purple: Don Airey

„Onkel Don“ – so nennen seine Bandkollegen Don Airey manchmal, und es ist nicht schwer zu begreifen, warum. Der...

Pflichtlektüre

Das letzte Wort: Richard Hell

Anfang der 70er Jahre versuchte Malcom McLaren, ihn als...

Hört hier ›No Paradise For Me‹ im Stream

Monster Magnet streamen einen ersten Song aus ihrem kommenden...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen