Review: Morrissey – CALIFORNIA SON

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Review: Morrissey – CALIFORNIA SON

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Resozialisierung dank Coverplatte.

Man darf sich Morrissey als einsamen Mann vorstellen, der nach unverzeihlichen Interview-Eska­paden und einem Ruck in die populistische Ecke in der Szene isoliert scheint. Vom Indie-Held der 80er über eine Eminenz in den 00er-Jahren bis zum Außenseiter in der Jetztzeit: keine schöne Entwicklung. Auch künstlerisch strauchelte er: Die Autobiografie war überfrachtet, der Roman ein Witz ohne Pointe, die jüngsten Alben bombastischer Rock ohne Seele. Der Mann manövrierte sich in die Sackgasse. Dort will er nun wieder raus. Die Idee: ein Coveralbum mit diversen Kooperationspartnern. Vorteil eins, er muss keine neuen Songs schreiben. Vorteil zwei, er kann seinen exquisiten Musikgeschmack beweisen. Vorteil drei: Die Gäste holen ihn zurück in die Szene. Zwölf Stücke hat Morrissey für CALIFORNIA SON ausgesucht, Lieder von Tim Hardin und Phil Ochs, Roy Orbison und Bob Dylan, Joni Mitchell und Buffy St. Marie. Die Auswahl verzichtet auf die bekannten Songs, das gibt ihm mehr Freiheiten, die Stücke in seine eigene Richtung zu drehen. Dylans ›Only Pawn In Their Game‹ von THE TIMES THEY ARE A-CHANGING’ erhält ein Cajun-Arrangement, beim launigen ›Wedding Bell Blues‹ (im Original von Fifth Dimension) ist Billie Joe Armstrong von Green Day dabei, auch Ed Droste und Petra Haden haben Gastauftritte. Eine hübsche und versöhnliche Platte. Mehr konnte man nicht erwarten.

7/10

Morrissey
CALIFORNIA SON
BMG RIGHTS/WARNER

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