Review: The Pretty Things – BARE AS BONE, BRIGHT AS BLOOD

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Review: The Pretty Things – BARE AS BONE, BRIGHT AS BLOOD

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Ein dunkles Semi-Akustik-Werk – und ein fulminanter Abschied

Pretty Things nach 55 Jahren ihre Konzertkarriere, aus gesundheitlichen Gründen, wie es hieß. Dass Phil May im Mai 2020 nach einer Hüftoperation verstarb, bedeutet zweifellos das Ende dieser britischen Rock-Institution. Zur Erinnerung: Die Pretty Things waren immer gut, bisweilen sogar brillant, doch der Superstar-Status mancher Zeitgenossen blieb ihnen erstaunlicherweise verwehrt. BARE AS BONE, BRIGHT AS BLOOD war nicht von vornherein als jenes Abschiedswerk geplant, das es nun ist, zumal May und Kompagnon Dick Taylor weitere Studioarbeiten durchaus in Betracht zogen. Doch immerhin ist es ein würdiger letzter Gruß geworden, der in seiner reduzierten Form an die grandiosen Spätwerke von Johnny Cash erinnert: Das Statement zweier Haudegen, die eine Menge erlebt, den Geist von Blues und Rock aber niemals verraten haben. Wenn May am Ende von Cashs ›Redemption Day‹ beinahe beschwörend „freedom, freedom, freedom“ singt, wenn er in Gillian Welchs ›The Devil Had A Hold On Me‹ über manisches Außenseitertum, in ›Bright As Blood‹ über Frustration und Rastlosigkeit sinniert, dann ist das Folk-Blues von wahrhaft mystischer Dimension, dunkel und abgründig, der mit Leadbellys ›Black Girl‹ sowie Robert Johnsons ›Come Into My Kitchen‹ und ›Love In Vain‹ perfekt harmoniert.

BARE AS BONE, BRIGHT AS BLOOD mag sparsam instrumentiert sein und auf flotte Abgeh-Nummern verzichten, in Sachen Intensität beeindruckt es dennoch. Blues in seiner unprätentiösesten Form.

9 von 10 Punkten

The Pretty Things, BARE AS BONE, BRIGHT AS BLOOD, MADFISH/EDEL

Text: Uwe Schleifenbaum

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