Review: Tom Jones – SURROUNDED BY TIME

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Review: Tom Jones – SURROUNDED BY TIME

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Ambitionierte Coverversionen

Dass er es ernst meint, merkt man sofort, wenn das elektronische Surren einsetzt. Ab da ist klar: Hier werden jetzt nicht gemütlich ein paar Oldies gesungen. Hier ist einer, der es immer noch – oder auch wieder – wissen will. Selbst wenn er im Juni 81 wird. Der Song, um den es geht, ist ›I Won’t Crumble‹, der erste auf dem Album und wie fast alle anderen ein Cover. In diesem Fall von A-cappella-Musikerin Bernice Johnson Reagon. Es folgen Lieder von Cat Stevens (›Pop Star‹), Michael Kiwanuka (›I Won’t Lie‹) und Bob Dylan (›One More Cup Of Coffee‹). In ›Talking Reality Television Blues‹, im Original von Todd Snider, geht Jones den Mechanismen des Fernsehens auf den Grund, mit Malvina Reynolds’ ›No Hole In My Head‹ widmet er sich dem Feminismus, mit Tony Joe Whites ›Mother Earth‹ dem Umweltschutz.

Moderne Themen, und modern soll auch der Sound sein. Synthesizer-Brummen, reduzierte repetitive Schlagzeug-Beats. Manches, wie ›Samson And Delilah‹, das Jones mit seinen Produzenten Ethan Johns und Mark Woodward geschrieben hat, wird zu lang ausgewalzt. Ambition ist da, ohne Zweifel, aber es ist, als wären Spontaneität und Witz dafür abhandengekommen. So befreit und emphatisch wie auf dem Folkrock-Waterboys-Cover ›This Is The Sea‹ klingt Jones hier jedenfalls selten.

6 von 10 Punkten

Tom Jones, SURROUNDED BY TIME, EMI/UNIVERSAL

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