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16400Über den Berufsstand des Politikers kursieren derart viele Klischees, dass sämtliche Versuche der geschliffenen Satire von vornherein gegen ein geistiges Niveaugefälle aus Stammtischphrasen ankämpfen müssen. Dem Schotten Armando Iannucci gelang diesen Herausforderungen zum Trotz ein brillanter Rundumschlag gegen elitäres Selbstverständnis, Machthunger und Größenwahn in Form der BBC-Serie „The Thick Of It“: selbstverliebte Egomanen, intrigante Dilettanten und geistiger Stillstand im Umfeld der höchsten Politiksphären. Mit gepfeffertem, für den deutschen Synchronisationswahn unübersetzbarem Vokabular auf dem Niveau von Schulhofrüpeleien und der Erkenntnis, dass ein gut gewahrter Schein mehr wert ist als alles Sein, sezierte die Serie in mittlerweile vier Staffeln scharfzüngig die gesammelte Unfähigkeit der politischen Klasse. Ein weichgespültes amerikanisches Remake war angedacht, scheiterte aber glücklicherweise an mutlosen Programmverantwortlichen. Iannucci gab nicht auf, Qualitätsgarant HBO ergriff die Chance: Julia Louis-Dreyfus, hierzulande noch als Elaine in „Seinfeld“ in Erinnerung, schlüpfte in die Rolle der amerikanischen Vizepräsidentin Selina Meyer, die mit ihrem repräsentativen Posten aufs politische Abstellgleis geschoben wurde. Um Relevanz und Einfluss kämpft sie aber immer noch, muss sich dabei aber mit ihrem nur bedingt für die Aufgaben qualifizierten Stab herumschlagen und auf dreckige innerparteiliche Grabenkämpfe einlassen. Das Ergebnis ist urkomisch, denn anstatt seine Figuren zu überzeichneten Karikaturen der landläufigen Meinung über Politiker verkommen zu lassen, zeichnet die Serie mit spitzem Strich die hier versammelten Entscheidungsträger als allzu fehlbare Menschen, die sich mit ihren Eitelkeiten gerne selbst ein Bein stellen.

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